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Ehrenamtliches Engagement in der Kirche
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Ehrenamtliches Engagement

Das vielfältige ehrenamtliche Engagement und die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten sind eine der großen Stärken des Erzbistums Paderborn. Sie tragen dazu bei, dass das Leben in den Gemeinden, Verbänden, Gruppierungen und Initiativen des Erzbistums lebendig gestaltet wird und sorgen durch ihr Engagement für das Weiterleben des Glaubens. Das Erzbistum ist sich der großen Bedeutung ehrenamtlichen Engagements bewusst und wird dieses auch in Zukunft stärken und nach Kräften unterstützen. So formuliert es Erzbischof Becker in seiner Perspektive 2014 (S.14).

In seinen Schilderungen beim Diözesanforum "denn wir schauen aus nach dir" führt der Erzbischof weiterhin aus: Dabei bietet ein Engagement in der Kirche die Chance dem Ausdruck zu geben, was der oder die Einzelne aus seinem/ihrem Glauben heraus, auf der Grundlage von Taufe und Firmung, für wesentlich erachtet. Ein so vollzogenes Engagement verdeutlicht, dass im Inneren des Menschen Gottes Ruf lebt und gelebt werden will (Denn wir schauen aus nach dir, S. 12/13).
Ehrenamtliches Engagement bietet Christinnen und Christen einen Weg, der eigenen Berufung nachzuspüren, sie zu entdecken und ihr Ausdruck zu verleihen. Im Tun, in der Übernahme einer bestimmten Aufgabe, im kurzfristigen Engagement in Projekten und Initiativen und auch im punktuellen Mittun hat der Mensch einen Ansatzpunkt das eigene Wirken zu erleben und dieses in Beziehung zur Botschaft Jesu zu stellen und zu reflektieren.

Diesen Weg gehen täglich unzählige Menschen. Sie setzen sich ein und sorgen dafür, dass Hungrige und Durstige zu essen und zu trinken bekommen. Sie kümmern sich um die, die fremd sind in unseren Gemeinden, die keinen Anschluss finden und alleine bleiben. Sie übernehmen Besuchsdienste in den Altenheimen und Krankenhäusern. Sie gestalten dass Leben in unseren Gemeinden mit, übernehmen Verantwortung und schaffen Vielfalt. Dabei wird das Engagement häufig gar nicht sichtbar, sondern geschieht im Stillen und wirkt ohne Öffentlichkeit.

In all ihrem Tun tragen sie die Botschaft Jesu an die unterschiedlichen Orte und nehmen so Anteil am Verkündigungsauftrag der Kirche. Dabei sind sie in ihrem Tun zugleich Botschafter als auch Botschaft, denn sie verdeutlichen durch die Freiwilligkeit ihres Engagements im Besonderen die geschenkte Zuwendung Gottes. Engagierte tragen durch ihr Engagement auch zur Erneuerung der Kirche bei. Das ehrenamtliche Engagement der Christen und Christinnen ist mehr denn je auf zeitlich befristete Projekte und Initiativen ausgerichtet. Dadurch erhält Kirche immer wieder neue Impulse und Anregungen und bleibt in ihren Ausdrucksformen aktuell. Gleichzeitig nehmen die Engagierten die Organisation der Kirche sehr aufmerksam war und weisen auf Missstände entsprechend hin. Sie sind somit Quelle der Kritik und der konstruktiven Erneuerung.

Ehrenamtliches Engagement in der Katholischen Jugendarbeit darf dabei nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Aufgabe der Träger ist es, dieses Engagement wahrzunehmen, zu fördern und zu würdigen, sowie im partnerschaftlichen Umgang miteinander die Rahmenbedingungen für das Engagement im jeweiligen Bereich entsprechend auszugestalten. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen Rahmenbedingungen, die eingebettet sind in eine Kultur der bewussten Gestaltung und Anerkennung einer ehrenamtlichen Tätigkeit vom Beginn der Aktivität bis zur Beendigung und Verabschiedung. Zu diesen Rahmenbedingungen gehört, dass Inhalte und Umsetzungszeiträume der Aufgaben bzw. Tätigkeiten klar definiert sind, bzw. gemeinsam mit den Ehrenamtlichen definiert werden. Klare Zuständigkeiten, profilierte Rollenbeschreibungen und eine partnerschaftlich ausgestaltete Kooperation zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind dabei unerlässlich. Eine Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements zeigt sich auch darin, den Akteuren in angemessener Weise Freiräume zum Einbringen der eigenen Individualität und Kreativität zu bieten sowie den Ehrenamtlichen Beteiligungsmöglichkeiten an der (jugend-)pastoralen Entwicklung im jeweiligen Engagementbereich zu eröffnen.

Zur Förderung gehört aber auch das Angebot einer spirituellen Begleitung der Ehrenamtlichen. Ein Angebot welches bewusst den Aktiven gilt. Hier erhalten die Engagierten Zeit und Raum ihr Tun ganz bewusst in den Kontext der Botschaft Jesu zu stellen. Hier können sie aus ihrem Engagement und für ihr Engagement Kraft schöpfen.
Die Förderung ehrenamtlichen Engagements beginnt aber bereits dort, wo Kirche signalisiert, dass man sich mit seinen eigenen Ideen einbringen kann. Wo Kirche offen ist für Engagementfelder, die sie selber vielleicht nicht im Blick hat, die den Menschen aber gut tun. Diese Offenheit muss für alle Menschen gelten, nicht nur für die, die "sowieso schon dazugehören."

Thomas Altemeier, Referent für Ehrenamtlichenförderung/Grundlagenarbeit in der Abteilung Jugendpastoral/Jugendarbeit